100 Tage Zeit lassen sich Führungskräfte in einem neuen Job bevor sie sich offiziell äussern. Ausserdem wollen sie in dieser Zeit ihre Qualitäten beweisen, Führungskraft zeigen, vom Team akzeptiert werden, Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufbauen. Je höher die Stufe, desto häufiger kommt diese „Auszeit“ vor.

Sinnvoll? Absolut nicht, denn 100 Tage können eine Firma retten oder sie dem Untergang weihen!

Mir ist bewusst, dass dies sehr harte Worte sind. Aber…

Es gibt Unternehmen, in welchen sich der Firmenchef weder am ersten Tag noch in den kommenden Wochen bzw. Monaten bei der Basis blicken lässt. Führung?

Ich möchte darauf hinweisen, dass beispielsweise bei Toyota es nicht unüblich war/ist, dass der Chef persönlich durch die Hallen geht und sich ein Bild über die Realität seines Unternehmens macht.

Warum wohl? Sich an den Ort des Geschehens (Gemba) zu begeben, schauen, fragen, verstehen, nachfragen, nochmals schauen, danken… das ist wahre Führung. Dadurch verdient man sich den Respekt und die nötige Anerkennung. Mitarbeitende sind dadurch viel eher bereit den Willen des Vorgesetzen auszuführen und ihn bei der Zielerreichung zu unterstützen.

Führung muss stets spürbar sein, am besten sollte sie sichtbar sein. Sich ausschliesslich im eigenen Dunstkreis zu bewegen ist keine Führung.

Nicht überzeugt? Ausprobieren und nochmals beurteilen.

Eine Führungskraft hat die Pflicht sich um die realen Dinge der Unternehmung zu kümmern. Dies geschieht nur dann, wenn sie sich an den Ort des Problems begibt. Am Schreibtisch sieht man wenig und ändert noch weniger.

Während 100 Tagen kann man tief in der Basis das Geschäft eintauchen, Probleme erkennen und sich die nötigen Strategien überlegen. Oder man sitzt an seinem Schreibtisch und lässt sich (meist mehrfach gefilterte) Informationen überreichen.

Welche Führungspersönlichkeit wollen Sie sein?